teure Angelegenheit

Gestern ist Sirrah akupunktiert worden. Der Tierarzt hat jetzt Bisolvon zum Abschleimen dagelassen und 2 chinesische Kräutermischungen als Granulat, die sie im Wechsel morgens und abends bekommen soll.

Heute morgen ist die Atmung besser als gestern aber noch nicht wieder normal. Den teuren chinesischen Präparaten scheint es an Schmackhaftigkeit zu mangeln, denn gestern Abend hat Sirrah die Mischung im Futter nur mit spitzen Zähnen gefressen. Heute Morgen ist das Futter allerdings mit gewohntem Appetit gefresssen worden.

"Teuer" ist im übrigen jedes tierärztliche Medikament  nicht nur die chinesischen Kräuterzubereitungen. Man wird ein Vermögen los bei einem chronisch erkranktem Pferd.

Beispiel: Medikament zum Schleimlösen (Sputolysin) Apothekenpreis bei 43 Euro dazu das bronchialerweiternde Mittel (Equipulmin oder Ventipulmin) 45 Euro. Das reicht dann 10 Tage. Schön, wenn die Sache damit behoben wäre. Ist sie aber in der Regel nicht. Alternativen sind rar.

Man kann Medikamente aus der Humanmedizin über einen Ulttraschallvernebler inhalieren lassen. Das senkt den Medikamentenverbrauch erheblich und das Medikament wirkt nur in der Lunge, da, wo es  gebraucht wird. Bei oraler Gabe wirkt und belastet ein Mittel den ganzen Körper (systemische Wirkung) und muß mühsam verstoffwechselt werden. Es liegt also auf der Hand, dass inhalativ verabreichte Medikamente Vorteile haben.  Beim Menschen gibt es Dosieraerosole oder Pulverinhaler zur Behandlung von Lungenerkrankungen. Diese MDI's (metered Dose Inhalers) sind beim Pferd auch anwendbar, man benötigt allerdings eine spezielle Maske für diesen Zweck. Und einen Tierarzt, der die Medikamente umwidmet und rezeptiert, denn das Pferd darf nicht mit Medikamenten aus der Humanmedizin behandelt werden, es sei denn, der Tierarzt vermag zu belegen, dass mit den der Veterinärmedizin zur Verfügung stehenden Mitteln kein ausreichender Behandlungserfolg zu erzielen ist. Das so behandelte Tier sollte zudem nicht als Schlachttier im Equidenpass deklariert sein.
Wir arbeiten gerade an einer praktikablen Lösung für den Notfall sowohl was die Maske betrifft als auch bei der Auswahl der Medikamente. 

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